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Borderline

Die Borderline-Störung (BPS) ist eine der am häufigsten vorkommenden Persönlichkeitsstörungen. Nach ICD-10 wird sie auch emotional instabile Persönlichkeitsstörung genannt. Borderliner - "Grenzgänger" - zeigen meist neurotische sowie psychotische Symptome.

Die Betroffenen haben Probleme, ihre Gefühlszustände zu kontrollieren, sie neigen dazu, sich selbst und ihre Umwelt in Gut und Böse einzuteilen. Dieses Schwarz-Weiß-Denken führt oft zu großen Schwierigkeiten im Kontakt mit anderen. Beziehungen können schnell sehr intensiv und extrem werden, ebenso schnell können sie jedoch auch beendet werden. Gefühle werden stark und intensiv erlebt. Impulse werden oft ohne Berücksichtigung der Konsequenzen ausagiert. Starke Stimmungsschwankungen führen oft zu emotionalen Krisen und enden oft in selbstverletzendem Verhalten (SVV).


Die Symptome der Borderline-Störung sind vielschichtig. Einige der Symptome können sein:

- Autoaggressives Verhalten
- Identitätsstörung
- Sucht
- Suizidalität
- Essstörung
- innere Leere
- Depression
- Zwänge
- Angst


Um eine Borderline-Störung zu diagnostizieren, müssen nach DSM IV mindestens 5 der 9 folgenden Kriterien erfüllt sein:

1. Verzweifeltes Bemühen, tatsächliches oder vermutetes Verlassenwerden zu vermeiden.
2. Ein Muster instabiler, aber intensiver zwischenmenschlicher Beziehungen, das durch einen Wechsel zwischen den Extremen der Idealisierung und Entwertung gekennzeichnet ist.
3. Identitätsstörung: ausgeprägte und andauernde Instabilität des Selbstbildes oder der Selbstwahrnehmung.
4. Impulsivität in mindestens zwei potenziell selbstschädigenden Bereichen (Geldausgaben, Sexualität, Substanzmissbrauch, rücksichtsloses Fahren, "Fressanfälle" etc.).
5. Wiederholte suizidale Handlungen, Selbstmordandeutungen oder -drohungen oder Selbstverletzungsverhalten.
6. Affektive Instabilität infolge einer ausgeprägten Reaktivität der Stimmung (z.B. hochgradige episodische Dysphorie (Freudlosigkeit), Reizbarkeit oder Angst, wobei diese Verstimmungen gewöhnlich einige Stunden und nur selten mehr als einige Tage andauern).
7. Chronische Gefühle von Leere.
8. Unangemessene, heftige Wut oder Schwierigkeiten, die Wut zu kontrollieren (z.B. häufige Wutausbrüche, andauernde Wut, wiederholte körperliche Auseinandersetzungen).
9. Vorübergehende, durch Belastungen ausgelöste paranoide Vorstellungen oder schwere dissoziative Symptome.

Als Ursachen der Störung kommen verschiedene Faktoren in Frage. Man geht aber davon aus, dass ursächlich mehrere Faktoren zur Entstehung einer BPS beitragen. Auslöser können unter anderem ein Trauma, wie sexueller Missbrauch, sein, wie auch, Vernachlässigung, Konflikte in der Jugend oder eine Störung des frühkindlichen Entwicklungsprozesses.

Die medikamentöse Therapie bei Borderline-Patienten richtet sich vorrangig an die vorherrschenden Symptome. Aus dem psychotherapeutischen Bereich haben sich vor allem die Verhaltens-, Gruppen- und Sozialtherapie als erfolgreich herausgestellt. Die Dialektisch-behaviorale Therapie (DBT) ist eine kognitive Verhaltenstherapie, bei der man unter anderem Fertigkeiten (Skills) erlernt, um selbstschädigendes Verhalten zu vermeiden. Dialektisch (Auflösung von Gegensätzen) bedeutet dabei, dass der Patient lernen soll, sein Schwarz-Weiß-Denken zu überwinden und Grautöne wieder zuzulassen. Bei dem Begriff Behavioral wird deutlich, dass dieses Verfahren ganz klar am Verhalten des Patienten ansetzt, um alte Gewohnheiten zu durchbrechen.




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